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Laufende Forschungsprojekte ‚Heidelberger Moderne‘

Um 1900 ist die Stadt Heidelberg ein paradoxes Gebilde: auf der einen Seite ein idyllisch-kleinstädtischer, geradezu mythisch-romantischer Ort mit nationalgeschichtlichem Resonanzraum, auf der anderen zugleich ein Anziehungspunkt modernen Denkens in Philosophie, Wissenschaft, Kunst und Literatur. Heidelberg avanciert zu einem „Weltdorf“, frei vom weltstädtischen Beschleunigungsfuror, aber reich an Diagnosen zum Prozess der ‚Entzauberung‘, der sich in den Industriegesellschaften Europas in jenen Jahren vollzieht. Hier leben, studieren und wirken zwischen 1890 und 1933 internationale Vertreter verschiedenster Fächer, Passionen und Ideen. Mit einigem Recht lässt sich Heidelberg deshalb als ein – bislang nicht adäquat gewürdigtes – Zentrum der deutschsprachigen Moderne neben Städten wie Wien, München und Berlin bezeichnen.

  • Julia Bohnengel, Michael Haase: Heidelberger Moderne (1910-1933). Komparatistische Perspektiven auf ein „Weltdorf“. Ringvorlesung im Wintersemester 2022/23.
  • „Ach könnte ich doch ein Semester in Heidelberg studieren!“ Zu Gabriele Tergits Studienaufenthalt in Heidelberg 1920 und der Funktion der Raumordnung in Effingers.  In: Sandra Beck, Thomas Wortmann (Hrsg.): »Aber es wurde«. Zu Leben, Werk und Wiederentdeckung von Gabriele Tergit. Göttingen: Wallstein 2024, S. 265-312.