Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie

Bachelor Germanistik im Kulturvergleich (BA GiK)

Überblick

Der Bachelorstudiengang Germanistik im Kulturvergleich (GiK) bietet ausländischen und deutschen Studierenden ein grundständiges Studium im Rahmen der germanistischen Linguistik und Literaturwissenschaft, erweitert um einen berufsorientierenden Anwendungsbereich. Der Studiengang kann als Hauptfach (75%) als 1. und 2. Hauptfach mit je 50% oder als Begleitfach (25%) studiert werden. Der BA GiK kann mit anderen Fächern des Studienangebots der Universität Heidelberg kombiniert werden (siehe Fächerkatalog).

Im Bachelorstudiengang Germanistik im Kulturvergleich (GiK) können Sie sich für eine Fachrichtung, d. h. Sprachwissenschaft oder Literaturwissenschaft als Schwerpunkt entscheiden. Im 75%-Profil können auch beide Fachrichtungen studiert werden. Die fachwissenschaftlichen Kernfächer werden durch einen berufsorientierenden Anwendungsbereich ergänzt: Sie können zwischen dem Gebiet Didaktik des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache und dem Gebiet interkulturelle Kommunikation wählen.

Der Bachelorstudiengang kann jedes Semester begonnen werden. Informationen zu den Zulassungsbedingungen finden Sie auf der Seite Informationen zum Bewerbungsverfahren für den Bachelorstudiengang Germanistik im Kulturvergleich.

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Studieninhalte

Schwerpunkt Sprachwissenschaft


Sie lernen die grundlegenden Begriffe und Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft unter Einbeziehung sprachvergleichender Fragestellungen kennen. Ein zweiter Schwerpunkt betrifft Prozesse der Sprachverarbeitung in ihrer Einbindung in kognitive und soziale Strukturen.

Sprachen sind komplexe Zeichensysteme. Die Systemlinguistik untersucht, welche Regelsysteme dem Sprachgebrauch des Deutschen zugrunde liegen und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen verschiedenen Sprachsystemen gibt. Dazu analysiert und vergleicht sie zum Beispiel Lautstrukturen und -systeme (Phonetik, Phonologie), Wortformen und -strukturen (Morphologie), den Aufbau von Wortgruppen und Sätzen (Syntax) sowie Bedeutung auf Wort- und Satzebene (Semantik/Pragmatik).
Sprache dient der Kommunikation und damit dem sozialen Handeln. Für die Linguistik ergeben sich hier Fragen nach den Prinzipien und Regeln des Spracherwerbs, der Sprachverwendung und des Sprachverstehens (Psycho- und Soziolinguistik): Welche Planungsprozesse laufen in unserem Gehirn ab, wenn wir sprechen? Welche Schritte durchlaufen Kinder beim Erwerb ihrer Muttersprache? Wie erwerben sie weitere Sprachen - in der Schule, im sozialen Umfeld? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Sprache, sozialem Handeln und Gesellschaft?

Schwerpunkt Literaturwissenschaft


Der Fachbereich Literaturwissenschaft führt Sie in die deutschsprachige Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart ein. Die spezifischen Fragestellungen und Methoden der germanistischen Literaturwissenschaft werden dabei ebenso vermittelt wie die deutsche Literatur- und Kulturgeschichte, die Grundlagen der Textanalyse und -interpretation oder die Begriffe, mit denen sich der Unterschied literarischer bzw. fiktionaler Werke im Vergleich zu alltagssprachlichen bzw. faktualen Texten beschreiben lässt. Zentrale Fragen sind: Wie funktioniert ein literarischer Text? Welche deutschsprachigen Werke seit der Klassik und Romantik gehören zu unserem Lesekanon und warum? Über welche Themen und Strömungen sind die europäischen Literaturen miteinander und mit der Weltliteratur verbunden? Wie ist Literatur mit Politik, Philosophie, Geschichte und Kunst verbunden? Wie verändern die neuen Medien den Status der Literatur?

Einen besonderen Akzent setzt schon im BA-Studium die Berücksichtigung interkultureller und kulturvergleichender Aspekte: Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede im Umgang mit zentralen Themen und Motiven zwischen den Literaturen? Gibt es analoge Schreibweisen und literarische Erscheinungen? Wie trägt Literatur zur Konstruktion oder zur Relativierung von kultureller Identität in großen Gemeinschaften bei? Wie sehen Eigen- und Fremdbilder aus? Welche Rolle spielte und spielt die jeweilige Literatur für unser kulturelles und individuelles Selbstverständnis?

Die nachstehenden Studieninhalte ergänzen das Fachstudium in der Sprachwissenschaft bzw. Literaturwissenschaft:

Kulturwissenschaft

Kulturwissenschaftliche Veranstaltungen bieten Ihnen eine Einführung in grundlegende kulturwissenschaftliche Konzepte. Diese können Sie exemplarisch in einem zur Wahl stehenden speziellen Gegenstandsbereich einüben und vertiefen.

Textkompetenz

Im Bereich Textkompetenz erweitern Sie Ihre Fertigkeiten im Umgang mit der deutschen Sprache. Der Schwerpunkt liegt auf Textsorten im Bereich Wissenschaft und öffentliche Kommunikation.   
Studierende mit deutscher Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) können alternativ zu der Veranstaltung Textanalyse und Textproduktion 1 Fremdsprachenkurse, übersetzungsbezogene Kurse oder Veranstaltungen zur Sprachgeschichte des Deutschen in äquivalentem Umfang  an anderen Instituten der Universität bzw. am Zentralen Sprachlabor belegen. Eine Beratung durch den/die Modulbeauftragte/n wird ausdrücklich empfohlen.

Berufsorientierende Anwendungsbereiche

Die fachwissenschaftliche Ausbildung im Bachelor Germanistik im Kulturvergleich ist eng verknüpft mit unserem Angebot in den berufsorientierenden Anwendungsbereichen. Sie können zwischen zwei berufsorientierenden Bereichen wählen:

Didaktik des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache:
In diesem Wahl(pflicht)fach erwerben Sie theoretische und praktische Kompetenzen im Bereich Didaktik des Deutschen als Fremdsprache/Zweitsprache. Zentrale Fragestellungen sind: Wie vermittelt man eine Fremdsprache im Unterricht, wie plant und bewertet man Fremdsprachenunterricht? Wie kann man Migrantenkinder fördern, die Deutsch als zweite Sprache lernen?

Interkulturelle Kommunikation:
In diesem Wahl(pflicht)fach reflektieren Sie Zusammenhänge zwischen Sprache/Sprechen, sozialem Handeln und Gesellschaft unter interkultureller und transkultureller Perspektive. Sie erwerben theoretische und praktische Kompetenzen, um  Kommunikationssituationen mit Vertretern anderer Kulturen angemessen gestalten zu können. Sie erhalten zudem Einblick in Anwendungsfelder wie beispielsweise visuelle Kulturen im Kontext globaler Medienkommunikation, Unternehmenskommunikation oder interkulturelle Trainings.  

Übergreifende Kompetenzen

Im Rahmen des Moduls „Übergreifende Kompetenzen“ können Sie persönlichkeits- und berufsbezogene Fähigkeiten erwerben bzw. vervollständigen. Ihnen steht es frei, individuelle Schwerpunkte zu setzen.
Die verschiedenen Möglichkeiten, Leistungspunkte im Modul „Übergreifende Kompetenzen“ zu erwerben, sind im Allgemeinen Teil der Prüfungsordnung für die Bachelorstudiengänge der Neuphilologischen Fakultät aufgeschlüsselt. Universitäre Angebote sind im aktuellen Vorlesungsverzeichnis aufgeführt.

Qualifikationsziele und Tätigkeitsbereiche

Der Studiengang verfolgt das Ziel, Fachkompetenzen im Bereich einer interkulturell und sprachvergleichend ausgerichteten Germanistik zu vermitteln. Diese ist grundlegend für die forschungs- sowie praxisbezogene Auseinandersetzung mit dem Bereich Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache sowie interkulturelle Kommunikation. Spätere Berufsfelder sind Lehrberufe im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache bzw. Tätigkeiten im Umfeld kultureller, wirtschaftlicher oder politischer Institutionen im In- und Ausland.

Der BA-Studiengang qualifiziert damit auch für weiterführende Masterstudiengänge in diesen Bereichen. Am IDF werden die Masterstudiengänge Germanistik im Kulturvergleich mit sprachwissenschaftlicher oder literaturwissenschaftlicher Ausrichtung sowie der Masterstudiengang Deutsch als Zweitsprache angeboten.