Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie

Forschungsprojekte

Langzeitstudie zum Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch Seiteneinsteiger (Erwerbsbeginn 6-8 Jahre) - Junior-Professorenprogramm
Forschungsthema ist eine Langzeitstudie, mit der der Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch sogenannte Seiteneinsteiger untersucht werden soll. Im Mittelpunkt stehen Zuwandererkinder, die im Alter von sechs bis acht Jahren ohne Vorkenntnisse des Deutschen in eine Vorbereitungsklasse einer Grundschule eingeschult und sprachlich gefördert werden. Über einen Zeitraum von einem Jahr werden die Erwerbsverläufe dieser Kinder engmaschig erfasst. Die erwarteten Ergebnisse bezüglich der kindlichen Sprachlernstrategien und -sequenzen sind nicht nur aus erwerbstheoretischer Sicht relevant, sondern liefern auch einen anwendungsnahen Referenzpunkt bezüglich der erwartbaren Lernschritte bei Kindern unter vergleichbaren Erwerbsbedingungen. Gefördert durch das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg. Projektlaufzeit bis 11.2017.


Sprachstandsermittlung bei Kindern mit Migrationshintergrund
(in Kooperation von  LMU, Universität des Saarlandes, Universität Basel und Universität Heidelberg)
Im Rahmen des Projektes wird ein kindgerechtes adaptives Verfahren der Sprachstandserhebung in einer computerbasierten multimedialen Umgebung entwickelt und validiert. Obwohl in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zahlreiche Instrumente zur Diagnose der sprachlichen Kompetenzen von Vorschulkindern entwickelt wurden, liegt den bestehenden Verfahren eine reduktionistische Betrachtung von Sprachkompetenz (normorientiert) und Spracherwerb (als starre und sequenzielle Entwicklung) zugrunde. Im Rahmen dieses Projektes wird die normative Frage  hingegen durch eine offenere, kommunikativ ausgerichtete Perspektive auf Sprachkompetenz ersetzt. Als Vergleichsbasis dient die Erfassung des Sprachgebrauchs von Vorschulkindern in natürlichen Kommunikationssituationen, die dann zur Bestimmung des Sprachstandes von ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern verwendet wird. Um die Diagnosesituation für die Kinder so wenig beeinträchtigend wie möglich zu gestalten, gleichzeitig aber eine testökonomische Umgebung zu schaffen, wird im Rahmen dieses Projektes eine e-basierte spielerische Pilot-Plattform nach modernen Prinzipien des Serious-Games-Ansatzes (aufgaben- und handlungsorientiertes Lernen) entwickelt. Gefördert durch die Daimler und Benz-Stiftung. Projektlaufzeit bis 11.2018


Entwicklung von Lehrkonzepten im Bereich Deutsch als Zweitsprache für die Heidelberger Lehrerbildung (HeiEducation, PLACE)
heiEDUCATION ist ein gemeinsames Projekt der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Ziel der Kooperation ist es, Heidelberg zu einem Ort exzellenter Lehrerbildung auszubauen, an dem alle lokalen und regionalen Partner der Lehrerbildung nachhaltig in enger Kooperation zusammenwirken.
Teil des Projektes ist die Umsetzung einer vertieften Kooperationsstruktur zwischen Pädagogischer Hochschule und Universität Heidelberg zur Aufnahme von Studienangeboten im Bereich Deutsch als Zweitsprache in den zukünftigen Master of Education: 1. DaZ-Modul (bereits bewilligt) und 2. DaZ-Vertiefung als Studienschwerpunkt bzw. Erweiterungsfach (angestrebt). Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Projektlaufzeit bis 12.2018


Sprachförderung im Elementar- und Primarbereich: Deutsch für den Schulstart
Mehrsprachige Kinder und Kinder mit Deutsch als Muttersprache verfügen bei der Einschulung häufig nicht über altersgemäße Fähigkeiten in Wortschatz, Grammatik oder beim Erzählen und Verstehen von Geschichten. Das erschwert ihnen den Schulbeginn und das schulische Lernen erheblich.
Im Rahmen des Sprachförderkonzeptes Deutsch für den Schulstart werden didaktische Vermittlungsansätze entwickelt und erprobt, die das Lernpotenzial dieser Kinder unterstützen sollen. Unser kindgemäßes Konzept basiert auf fundierten Erkenntnissen der angewandten Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik und setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen:
•         Sprachstandserhebung – zur Feststellung des kindlichen Entwicklungstandes
•         Fördermaterial – zur systematischen Förderung sprachlicher und schulbezogener Fähigkeiten
•         Schulungen – zum reflektierten Einsatz des Fördermaterials in der Praxis
Gefördert durch die Günter-Reimann-Dubbers-Stiftung sowie die Dürr-Stiftung (Hamburg).


DaZ-Textkompetenz am Übergang von der 4. zur 5. Klasse (TEKOM 4+5)
Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines empirisch begründeten Fortbildungskonzeptes zur Förderung bildungssprachlicher Textkompetenzen in sprachlich heterogenen Klassen

Im Rahmen des Kooperationsprojekts der Universitäten Heidelberg und Kassel und des Hessischen Kultusministeriums wird ein Fortbildungskonzept entwickelt, durchgeführt und evaluiert, das auf die Professionalisierung von Lehrkräften bei der Förderung bildungssprachlicher Schülerkompetenzen zielt. Von besonderem Interesse sind hier Lehrpersonen, die Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher Herkunftssprache im Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule in Regelklassen unterrichten (4. und 5. Jahrgangsstufe). Da die Bildungssprache ‚Deutsch‘ in dieser Phase eine verstärkt fachsprachliche Ausprägung mit Bezug auf unterschiedliche Sachtexte erfährt, stehen diese im Zentrum der Fortbildungsarbeit.
Der Fortbildung ist eine Bedarfsanalyse vorgeschaltet, die klären soll, mit welchen sprachlichen Schwierigkeiten die Lehrkräfte bei der Vermittlung sachtextbezogener Fähigkeiten und Fertigkeiten in sprachlich heterogenen Klassen konfrontiert sind. Die daraufhin konzipierten und erprobten DaZ-Fortbildungsmodule werden längsschnittlich auf ihre Wirksamkeit überprüft. Dabei stehen Aspekte der Lehrerprofessionalität im Vordergrund, von denen man annehmen kann, dass sie einen Einfluss auf das Lernen von Schülerinnen und Schüler haben.
Gefördert durch das Hessische Kultusministerium. Projektlaufzeit bis 12.2019