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FORSCHUNGSPROJEKT  - PUBLIKATIONSSCHWERPUNKTE -  LEHRE

 

Hauptschwerpunkt und  Gegenstand eines Drittmittel-Projekts ist das  Verhältnis von Fiktionalität und Faktizität.
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines Handbuchs, mit dem der deutschen Literaturwissenschaft ein Arbeitsinstrument zur Verfügung gestellt wird, das auf dem gegenwärtigen Forschungsstand die regelmäßig diskutierte Frage nach der Referentialität, d.h. nach dem Bezug von Fiktion auf außerfiktionale Realität, beantwortet. Im Rahmen eines neuen theoretischen Konzepts wird in kompakter Form die Terminologie der Referentialität geklärt. Ausgangspunkt ist ein differenzierter Textbegriff, der sowohl interne Referenzen, die fiktional geschaffen werden, zulässt wie auch externe Referenzen, die durch die außertextuelle Realität bestimmt werden und es im Kontext des Kunstwerks auch bleiben. Mit diesem Theorieansatz lassen sich sowohl das ältere Konzept der Schlüsselliteratur wie auch die der Camouflage-Verfahren und neuere Ansätze der Rezeptionsforschung vermitteln. Text des von der Fritz Thyssen Stiftung bewilligten Antrags

Die Grundlage des Projekts wurde mit dem Thema der Habilitation gelegt. Diese Monographie, erschienen  in der Reihe ‚Studien zur deutschen Literatur‘ im Verlag Niemeyer, öffnet eine interdisziplinäre Fragestellung: Welche Praktiken und Formen kennt eine Gesellschaft, um mit dem Geheimen und Nicht-Sagbaren umzugehen? Innerhalb meiner Publikationen stellt sie die umfassendste diachrone Studie dar; sie bietet sowohl den theoretischen Ansatz wie auch die literarhistorische Darstellung dieser Theorie. Das Kolloquium Codes, Geheimtext und Verschlüsselung (Januar 2003) verfolgte die verschiedenen Aspekte von Codierung in den Bereichen Linguistik, Journalismus, Genetik und Informatik weiter. Der Sammelband mit den Beiträgen erschien 2004 bei Attempto.

Dank mehrerer Lehrveranstaltungen existiert bereits eine dichte Materialbasis für den zweiten Bereich, ein Projekt zum Thema Schwestern, das zum Bereich der historischen Anthropologie und der Gender-Studien gehört. Ergebnisse meiner Recherchen habe ich mehrfach in Vorträgen, sowohl vor LiteraturwissenschaftlerInnen wie PsychologInnen, zur Diskussion gestellt. Am 7. / 8. November 2003 fand in Zusammenarbeit mit der neuernannten Professorin für Gender Studien, Frau C. Onnen-Isemann, ein zweitägiges Kolloquium zum Thema Schwesternbeziehungen statt, an dem WissenschaftlerInnen aus den Philologien, aus der Psychologie, Soziologie, Musik- und Rechtswissenschaft sowie der Kunstgeschichte teilnahmen

Der Aufsatz „I thought it wiser not to disclose my identity.“ Die Begegnung zwischen Klaus Mann und Richard Strauss im Mai 1945 (erschienen in: Thomas Mann Jahrbuch 14, 2001, 233-248) gibt in mehrfacher Hinsicht die dritte Richtung vor. Der Aufsatz folgt einer biographischen und mentalitätsgeschichtlichen Fragestellung, die aber ohne die philologische Kernkompetenz der Textkritik nicht bewältigt werden kann. Auch der Sammelband mit den Regensburger Kollegen stützt diesen literarisch-biographischen Arbeitsschwerpunkt, vgl. Bespiegelungskunst. Begegnungen auf den Seitenwegen der Literaturgeschichte. Hrsg. v. Georg Braungart, Friedmann Harzer, Hans Peter Neureuter, Gertrud M. Rösch. Tübingen: Attempto 2004.

Aus der Dissertation haben sich Arbeiten zur Satire sowie zur Karikatur entwickelt, die interdisziplinär und intermedial ausgerichtet sind. Hier möchte ich v. a. die Querverbindungen zur bildenden Kunst weiter verfolgen. 

 
Die Themen meiner Lehre sind breit angelegt und schlagen einen Bogen vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne.
Die Seminare zur Gegenwartsliteratur  legen einen starken Akzent auf die soziale Realität ‚nach der Wende‘ und bieten sich für die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den philologischen und sozialhistorischen Nachbarfächern an. Sie bieten überdies den einheimischen wie den ausländischen Studierenden die Möglichkeit, ihre – legitimen und starken – allgemeinbildenden und historischen Interessen mit dem Studium aktueller Erzähltexte zu vermitteln. 
Ausgehend von bisherigen Lehrerfahrungen will ich künftig in meine Lehre verstärkt Formen des dezentralisierten Lernens und Recherchierens integrieren und mit den Studierenden reflektieren. Die Bereitstellung von Material auf meiner Homepage wie die Internet-Recherche als Teil der Seminarleistung sind hierzu ein erster Schritt.