Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Master Deutsch als Zweitsprache (MA DaZ)

Mit Blick auf die Praxisübung im ersten Semester (Einführung in die Förderpraxis) ist es aus organisatorischen Gründen günstig, sich frühzeitig mit der Fachstudienberatung in Verbindung zu setzten: Jun.- Prof. Dr. Giulio Pagonis

 

Der Studiengang Deutsch als Zweitsprache richtet sich vor allem an Interessenten, die ein philologisches oder ein einschlägiges pädagogisches Erststudium abgeschlossen haben und ihre berufliche Zukunft in Deutschland sehen. Das primäre Berufsziel ist dabei eine Tätigkeit im Bereich Sprachförderung für Lerner mit Migrationshintergrund in Deutschland. Eine muttersprachliche Kompetenz ist hierfür Voraussetzung.

Wird hingegen nach Beendigung des Studiums eine Berufstätigkeit im Aus- bzw. Herkunftsland angestrebt, um Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, so bietet sich der Masterstudiengang Germanistik im Kulturvergleich an. Dieser bildet die Studierenden dahingehend aus, eine Lehr- bzw. Tätigkeit in der Kulturvermittlung außerhalb Deutschlands auszuüben.

Eckdaten

Der Masterstudiengang Deutsch als Zweitsprache bietet ein weiterführendes Studium im Rahmen der germanistischen Linguistik. Er kann als Hauptfach mit 120 Leistungspunkten oder als Begleitfach (20 Leistungspunkte) studiert werden. Die Studienschwerpunkte liegen auf psycholinguistischen und didaktischen Fragestellungen zum Erwerb und Gebrauch des Deutschen als Zweitsprache bei Kindern und Jugendlichen in Vorschule und Schule.


Der Master Deutsch als Zweitsprache richtet sich an Absolventen philologischer und 
pädagogischer Bachelor-Studiengänge. Er steht sowohl ausländischen als auch deutschen Studierenden offen und kann jeweils nur im Wintersemester begonnen werden (s. Zulassungsordnung MA DaZ).

 

Die Einrichtung des Masterstudiengangs Deutsch als Zweitsprache wird über die Finanzierung der Juniorprofessur für „Deutsch als Zweitsprache“ durch die Günter-Reimann-Dubbers-Stiftung (Heidelberg) sowie die Dürr-Stiftung (Hamburg) ermöglicht.

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Studieninhalte

Gegenstand des Hauptfachstudiums ist eine theoriegeleitete und anwendungsbezogene Auseinandersetzung mit Fragen zum Themenbereich Deutsch als Zweitsprache:

  • Systemlinguistik: Welche Erwerbsaufgaben stellen sich dem Lerner beim Erwerb des Deutschen als Zweitsprache in den Bereichen Wortschatz, Grammatik, Text? Wie können die sprachlichen Teilsysteme linguistisch beschrieben werden?
  • Spracherwerbsforschung, Psycho- und Soziolinguistik: Wie erwirbt der DaZ-Lerner das sprachliche Wissen abhängig von seiner Erstsprache, seinem Alter, dem Sozialisationskontext etc.? Inwieweit unterscheidet sich der Zweitspracherwerb und die darin erlangte Kompetenz vom Erstspracherwerb?
  • Sprachstandsfeststellung: Wo treten Erwerbsprobleme im Zweitspracherwerb des Deutschen auf und worauf sind diese Schwierigkeiten zurückführbar? Wie können sie verlässlich identifiziert werden?
  • Didaktik: Wie können DaZ-Lerner in ihrem Zweitspracherwerb durch gezielte Interventionen (Sprachförderung) unterstützt werden?

In den ersten beiden Semestern des Studiums liegt der Fokus auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit den skizzierten Themenbereichen. Hierauf baut das umfassende Praxisseminar im 3. Semester auf, in dem didaktische Konzepte reflektiert, entwickelt und nach Möglichkeit eingesetzt werden (s. Studienverlauf unten).

Fachspezifische Zusatzqualifikationen ergänzen das Studienangebot inhaltlich. Hier besteht die Wahlmöglichkeit zwischen dem Erwerb einer relevanten Kontrastsprache (z.B. Arabisch oder Russisch), dem Besuch weiterführender Lehrveranstaltungen zur Sprachdidaktik oder einem Auslandspraktikum.

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Modulübersicht und Studienverlauf

Der Hauptfach-Studiengang Deutsch als Zweitsprache gliedert sich in sieben Module. Zu belegen sind:

  • vier fachwissenschaftliche Pflichtmodule
  • ein Pflichtmodul „Fachspezifische Zusatzqualifikationen“
  • zwei Prüfungsmodule
    sowie Module aus einem gewählten Begleitfach (20 LP) bzw. zu linguistischen Grundlagen (nur für Studierende ohne ausreichende linguistische Vorkenntnisse, siehe neue Prüfungsordnung vom 27.02.2014)
Modulübersicht MA DaZ (Hauptfach):

Fachwissenschaftliche Module 60 LP
Modul DaZ LING: Linguistische Grundlagen* (20 LP)
Modul DaZ A: Sprachstruktur und Sprachvergleich (12 LP)
Modul DaZ B: Grundlagen Deutsch als Zweitsprache (20 LP)
Modul DaZ C: Spracherwerb und Intervention (16 LP)
Modul DaZ D: Kolloquium (4 LP)
Modul DaZ E: Fachspezifische Zusatzqualifikationen (8 LP)
Prüfungsmodule 40 LP
Modul DaZ MAP: Mündliche Abschlussprüfung (10 LP)
Modul DaZ MAA: Masterarbeit (30 LP)
Begleitfach 20 LP

    * obligatorisch für Studierende ohne ausreichende linguistische Vorkenntnisse

 

(Zu den Studieninhalten s. Modulhandbuch MA DaZ)

 

 

Daraus ergibt sich für den Studiengang Deutsch als Zweitsprache (Hauptfach) folgender Studienverlauf (Studierende ohne ausreichende linguistische Vorkenntnisse belegen statt des Begleitfachs im gleichen Umfang Veranstaltungen zu linguistischen Grundlagen, siehe neue Prüfungsordnung von 27.02.2014):


  Hauptfach MA DaZ Begleitfach
1. Sem. Modul DaZ A
Sprachstruktur und Sprachvergleich
(12 LP)
Modul DaZ B
Gegenstände und Fragestellungen DaZ
(4 LP)
Modul DaZ B
Einführung in die Förderpraxis
(6 LP)
(20 LP)
2. Sem. Modul DaZ B
Zweitspracherwerb u. Sprachstands­feststellung
(6 LP)
Modul DaZ B
Mehrsprachigkeit u. Sprachkontakt
(4 LP)
Modul DaZ C
Sprachliche Systeme u. kognitive Verarbeitung
(6 LP)
Modul DaZ E
Fachspezifische Zusatzqualifikationen I
(4 LP)
3. Sem. Modul DaZ C
Erarbeitung didaktischer Konzepte
(10 LP)
Modul DaZ MAP
Masterarbeit I - Vorarbeiten -
(10 LP)
Modul DaZ E
Fachspezifische Zusatzqualifikationen II
(4 LP)
4. Sem. Modul DaZ D
Kolloquium
(4 LP)
Modul DaZ MAP
Masterarbeit II - Ausarbeitung -
(20 LP)
Modul DaZ MAA
Mündliche Abschlussprüfung
(10 LP)
 


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Zielsetzung und Tätigkeitsbereiche

Der Studiengang verfolgt das Ziel, psycho- und soziolinguistische sowie spracherwerbstheoretische Fachkompetenzen zu vermitteln, die als grundlegend für die forschungs- sowie praxisbezogene Auseinandersetzung mit dem Bereich Deutsch als Zweitsprache betrachtet werden.

Er bereitet damit u.a. auf folgende Tätigkeitsbereiche vor:

  • Entwicklung und Einsatz von Sprachförderkonzepten;
  • Konzeption von Fort- und Weiterbildungsangeboten für DaZ-Fachkräfte;
  • Koordination von Förder- und Fortbildungsmaßnahmen, Beratung;
  • Forschungstätigkeit in den Bereichen Zweitspracherwerb, Bilingualismus und Sprachdidaktik.

Mit Blick auf Studierende mit pädagogischem Hintergrund verfolgt der Studiengang das Ziel einer Professionalisierung im Bereich „Sprachförderung“ im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich. Konzepte der sprachlichen Förderung sollen so auf den Entwicklungsstand der Schüler/innen und die ihnen zur Verfügung stehenden kognitiven Fähigkeiten bezogen werden können.

 

Durch eine Kompetenzerweiterung im Bereich Deutsch als Zweitsprache wird somit eine Fachkompetenz aufgebaut, die es Pädagogen ermöglicht, gezielter auf die sprachbezogenen Schwierigkeiten von SchülerInnen einzugehen. Sie trägt dazu bei, ungünstig ausgeprägte familiäre Lernvoraussetzungen von SchülerInnen nicht deutscher Herkunftssprache besser auszugleichen.

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Kontakt

Fragen zum Studiengang richten Sie bitte an: Jun.- Prof. Dr. Giulio Pagonis

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Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 07.04.2014