Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Kongruenz und Kasus in Produktionsdaten

 

Kongruenz und Kasus in Produktionsdaten

Sprecher: Katrin Lindner

 

Titel: Kongruenz und Kasus in Produktionsdaten von deutschen typisch entwickelten Kindern und Kindern mit einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung

Abstract:

Der Erwerb morphosyntaktischer Markierungen wie Kongruenz und Kasus im Deutschen kann für Lerner eine große Herausforderung darstellen, zum Beispiel für eine Reihe von L2 Lernern oder auch für Lerner, die generell Schwierigkeiten mit dem Erwerb von Sprachen haben, wie die Kinder mit einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung. Beide Lernergruppen benötigen relativ viel Zeit, um diese Aufgabe zu lösen. Im Gegensatz zu ihnen beherrschen typisch entwickelte Kinder die Subjekt-Verb Kongruenz etwa mit 2;6 Jahren und die Kasusmarkierung, zumindest bei einer Nominalphrase im Akkusativ, mit etwa drei Jahren.

In meinem Vortrag werde ich im ersten Teil experimentelle Daten aus einer Querschnittsstudie mit  60 deutschen monolingualen typisch entwickelten Kindern im Alter von 2;2 bis 6;11 Jahren und mit 23 Kindern mit einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung im Alter von 4-6 Jahren vorstellen. Im zweiten Teil möchte ich anhand dieser Ergebnisse eine Reihe von methodischen Fragen ansprechen. Zu diesen gehört insbesondere die Frage, nach welchen Kriterien die sprachlichen Fertigkeiten der sprachauffälligen Kinder mit denen der typisch entwickelten Kinder verglichen werden können. Derartige Kontrollgruppen werden oft nach dem chronologischen Alter, nach dem mentalen Alter und/oder nach dem Sprachentwicklungsstand gebildet. Zu klären ist, welche Annahmen derartige Vergleiche machen und wie sinnvoll vor allem die Vergleiche nach dem Sprachstand sind.

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Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 02.02.2011