Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Sprache – morgens, abends, nachts

 

Sprache – morgens, abends, nachts

Sprecher: Rainer Dietrich

 

Titel: Sprache – morgens, abends, nachts

 

Abstract:

Jeder hat wahrscheinlich schon einmal von der sog. inneren Uhr des Menschen gehört. Ihre Auswirkung auf den menschlichen Organismus lässt sich jeden Tag beobachten: Gegen Abend hin werden wir müde und am Morgen wachen wir wieder auf. Dieser Rhythmus kann gestört werden, wenn wir eine transatlantische Flugreise unternehmen und in einer anderen Zeitzone ein paar Tage verweilen. Das führt zu mehr oder weniger ausgeprägten Schlafstörungen infolge von Jetlag.

Die inner Uhr steuert aber nicht nur unseren Stoffwechsel im Großen; jedes Organ, sogar jede Zelle eines Säugetiers weist einen circadianen Rhythmus auf. Sie verändert ihre Arbeitsweise rhythmisch innerhalb der Dauer etwa eines Tages.  

Nun ist auch das Zentralnervensystem des Menschen ein Organ und man könnte erwarten, dass seine Funktionen auch eine circadiane Rhythmik aufweisen; dass es zum Beispiel Stunden gibt, an denen unser Sprachsystem besonders fit ist und andere, an denen es durch die innere Uhr runter getuned ist.

Ich präsentiere den Versuch einer Antwort auf diese Frag und berichte über ein Experiment, die Beobachtungen und die Befunde. Sie bestätigen diese Vermutung und sie verführen sogar zu den Spekulation, dass die Sprache einem eigenen, spezifischen Tagesrhythmus folgt. Man könnte meinen, die Sprache sei ein eigenes Organ; das ist nicht unplausibel. Man spricht da von einem modularisierten kognitiven System

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Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 02.02.2011