Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie

Konzeptualisierung und Versprachlichung von Ereignissequenzen

Projektleiterin:

Prof. Dr. Christiane von Stutterheim

Mitarbeiter:

PD Dr. Antje Rossdeutscher

Förderung:

DFG seit 01.01.2003



Auf der Grundlage von Erkenntnissen der Psycholinguistik der Textproduktion sollen die Teilschritte des Übergangs von einer Wissensrepräsentation zur sprachlichen Form formalsemantisch rekonstruiert werden.

Dies verlangt die Modellierung von Prozessen der Selektion von Inhalten aus der Wissensbasis Prozessen der Strukturierung jener Inhalte, insbesondere die für die Informationsgliederung notwendige referentielle Einordnung und Perspektivierung Prozessen der Linearisierung und des Kohärenzmanagement


Ausgehend von konkretem, natürlichsprachlichem Textmaterial sollen diese Prozesse nach ihrer inhärenten Hierarchie rekonstruiert und in einem formalen Modell gefasst werden. Die jeweils gewählten Optionen als Ergebnis von Beschränkungsunterwerfung beschrieben werden. Die Formalisierung der Befunde ist vorrangig für Prozesse der Perspektivenwahl und solche der Kohärenzherstellung angestrebt, wie sie für die Darstellung von Ereignissequenzen erforderlich sind.


Zentral für die Rekonstruktion ist die Frage, inwieweit Rückwirkungen der lexikalischen und grammatischen Strukturen der Einzelsprache auf das was der Inhaltsplanung und auch auf das wie der Versprachlichung bestehen, soweit Optionen bestehen. Daher werden Texte in unterschiedlichen Sprachen (vorrangig Deutsch und Englisch) als Analysegrundlage herangezogen.


Das Vorhaben verlangt den Zusammenschluss von theoretischen Konstrukten und Methoden der Psycholinguistik und der formalen Semantik. Grundlage für die Formalisierung der Selektions- und Strukturierungsprozesse ist die Diskurs-Repräsentations-Theorie (DRT). Sie erlaubt die Formalisierung unterschiedlich reichhaltiger Konzeptualisierungsebenen sowie von Prozessen, die diese Repräsentationsebenen dynamisch in einander überführen. Dabei sind sowohl makrostrukturelle Entscheidungen und Effekte des vorausgehenden sprachlichen Kontextes als auch Optionen und Entscheidungswege für die Enkodierung zu modellieren.